Wurfmikrofon bei Telefonica

Wer seinen Kollegen immer schon mal etwas an den Kopf werfen wollte, fand diese einmalige Gelegenheit beim Jahresauftakt 2020 der Telefonica. Derjenige, der das Wurfmikrofon zugeworfen bekam, durfte das nächste Vortragsthema bestimmen. Ich habe es sehr genossen, nicht zu wissen, worüber ich als Nächstes sprechen werde.

Die Idee hinter meinen "Mikro-Keynotes"

Nach einer kurzen Einleitung zu meinem Vortrag und der Vorgehensweise, habe ich die 200 Teilnehmer von Telefonica gebeten, die Zettel zu suchen, die unten an ihren Stühlen angebracht waren. Auf diesem Blatt Papier hatte ich 22 Gedankenexperimente vorbereitet:

Gesellschaft ohne Staat

  • Lebensraum: Wozu braucht es noch Städte, wenn jeder ein Handy hat? (4 Min.)
  • Post-Nationalstaat: Was fehlt Facebook zum richtigen Staat? (5 Min.)
  • Privatsphäre: Ist totale Digitale Überwachung überhaupt möglich? (5 Min.)
  • Verantwortung: Was ist der Beitrag der IKT an Brexit und Trump? (2 Min.)
  • eGovernment: Was bringt die vollständige Automatisierung der Bürokratie? (4 Min.)
  • Vertrauen: Warum verzichten Honduras, Ghana und Georgien auf die Kontrolle ihres Grundbuchs? (6 Min.)
  • Transformation: Wie funktioniert die Programmierung der Gesellschaft? (4 Min.)

Märkte ohne Geld?

  • Geld: Warum hat der Captain der Enterprise, Jean-Luc Picard kein Portemonnaie? (2 Min.)
  • Märkte 2.0: Welche Märkte ohne Geld funktionieren schon? (2 Min.)
  • Macht: Warum zwingt Marktführer Walmart alle Lieferanten auf die langsamste Datenbank der Welt? (4 Min.)
  • Smart Contracts: Was sind Geschäftsbeziehungen ohne Menschen? (4 Min.)

Wirtschaft ohne Firmen?

  • Transaktionskosten: Warum gibt es eigentlich noch Firmen, obwohl wir jetzt das Internet haben? (5 Min.)
  • Zukunft ohne Firma: Was können wir von der Automobilbranche lernen? (3 Min.)
  • Organisation: Was können wir von Winnetou über die Zukunft der Organisation lernen? (5 Min.)
  • Produktivität: Wovon hat die Menschheit mehr: Waschmaschine oder Internet? (1 Min.)
  • Industrielle Revolution: Was ist Kränkung 4.0? (2 Min.)
  • Plattform-Killer: Wann verschwinden Plattformen wie booking.com vom Markt? (5 Min.)

Trends in Technik

  • Digitalisierung: Was bewirkt der Software-Tsunami wirklich? (3 Min.)
  • Machine Learning: Wer hat’s erfunden und war ihr erstes Todesopfer? (3 Min.)
  • Künstliche Intelligenz: Ist die Ausrottung der Menschheit durch K.I. eine Männerfantasie? (3 Min.)
  • Exponentiallüge: Krieg ist nicht die Abwesenheit von Frieden, sondern von Wachstum. Richtig? (4 Min.)
  • Quantencomputer: Wenn man alles berechnen kann, wozu braucht es dann noch Forschung? (5 Min.)  

Die Teilnehmer bekamen ausreichend Zeit, das Gedankenexperiment auszuwählen, das sie am meisten interessiert hat. Danach konnten sie das Wurfmikrofon anfordern und die Frage stellen. Diejenigen, die die Frage gestellt haben, waren auch meine Dialogpartner.


Auf meinem iPad habe ich eine kurze Präsentation für jede der Fragen vorbereitet, die ich direkt auswählen kann. Diese sogenannten "Mikro-Keynotes" kann ich so zwar jederzeit abrufen, weiß aber im Vorhinein nicht, welche Themen ich überhaupt besprechen werde und in welcher Reihenfolge. Meine immer neue Herausforderung ist es also, durch Improvisation die Übergänge zwischen den einzelnen Vortragsmodulen zu finden, und den roten Faden aufrecht zu halten.


Innerhalb weniger Minuten habe ich mein Thema abgehandelt und das Wurfmikrofon wurde weitergegeben. Falls sich jemand freiwillig gemeldet hat, bekam es derjenige direkt. Ansonsten konnte es einfach in die Menge geworfen werden - schließlich war es gut in Schaumstoff verpackt. Durch die Abwechslung von humorvollen und ernsten Themen, die Interaktion mit dem Publikum und die teilweise witzigen Wurfübungen, entstand eine tolle einzigartige Stimmung im Saal.

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